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Einige Fakten rund ums Netzwerk-Management

Keep it simple

Netzwerke brauchen, wenn auch nur die geringste Gefahr besteht, dass sie größer werden können – und bei welchem Netz besteht diese Gefahr nicht – schon sehr früh ein klares, möglichst einfaches Design. Vermeiden Sie um jeden Preis unnötige Komplexität. Unterbinden Sie Sonderlösungen, tolerieren Sie keine vorübergehenden Lösungen, denn nichts lebt länger als ein Provisorium.

Der Feind Nr. 1: Zu hohe Komplexität

Viele Netze wachsen über die Jahre zum Teil unkontrolliert: Hier wird ein Segment aufgemacht, dort wird eine Firewall eingebaut – oder was auch immer dieser komische graue Kasten in Rack Nr. 4 ist. Dazu kommen beispielsweise Hochverfügbarkeitslösungen für Firewalls, Paketfilter oder Proxies, die nicht selten nur theoretisch funktionieren, beliebig viel Geld kosten und dazu führen, dass die zuständigen Netzwerk-Administratoren, die meistens auch noch andere Dinge als Netzwerk-Management zu tun haben, den Überblick verlieren. Wenn die Komplexität Ihres Netzes so hoch ist, dass es in Ihrer Firma keinen Mitarbeiter gibt, der die Konsequenzen eines Ausfalls jeder Netzwerk-Komponente klar und genau abschätzen kann, dann ist es zu spät.

Netzstrukturierung

Immer wieder ist von zentraler IT-/Netzwerk-Betreuung zu lesen. Dem ist soweit nicht zu widersprechen, aber eine Zentralisierung skaliert oft nicht mit dem Netzwachstum. Ein Unternehmen mit vielen, über Deutschland/Europa verteilten Niederlassungen wird sich früher oder später sehr schwer mit einer zentralisierten Netzbetreuung tun, wenn dies bedeutet, dass Netzwerk-Management vom Router am DECIX bis zum 10Mbit Hub auf dem Schreibtisch der Sekretärin in Istanbul geht, der da im übrigen ohnehin nichts verloren hat. Ab einem bestimmten Punkt muss eine dezentrale Verwaltung bestimmter Netzbestandteile einsetzen, wie zum Beispiel die Unterteilung in Backbone- und Niederlassungs-Netze. Das geht aber nur, wenn gut strukturierte und klar definierte administrative Grenzen vorhanden sind.

Netzbeobachtung

Schaffen Sie eine Infrastruktur, die es Ihnen erlaubt, den Datenverkehr ständig zu beobachten, beispielsweise die Auslastung von Datenleitungen, Switches, Routern und Firewalls. Darüber hinaus benötigen Sie Hilfsmittel, die Ihnen Fehlerzustände wie Paketverluste oder die Ausfälle von Infrastruktur anzeigen. Bei vielen Netzwerk-Dienstleistern würde der Punkt Netzbeobachtung an erster Stelle stehen. Warum? Ganz einfach: Man kann hier sehr viel Hard- und Software verkaufen. Produkte wie HP Openview, IBM Netview, Cisco Works, um nur einige zu nennen, sind ohne Zweifel nützliche und oft unabdingbare Werkzeuge. Sie werden aber oft überschätzt. Das Sprichwort „A fool with a tool is still a fool“ bringt die Situation auf den Punkt. Ein System zur Netzbeobachtung ist kein Garant für ein gutes Netzwerk-Management. Die Gartner Group hat 1997 eine Studie herausgebracht, nach der nur 25 Prozent der Firmen, die eine Management Lösung erworben haben, diese 18 Monate nach Erwerb auch tatsächlich eingesetzt hatten. Der Anteil stieg nach 36 Monaten auf magere 30 Prozent. Der Betrieb von Netzwerk-Management-Lösungen ist komplex, und der Aufwand steht nicht immer in einem gesunden Verhältnis zum Nutzen.

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